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redigten
im itterreich
| Predigt
zum Stiftungsfestkapitel, welches stattgehabet am 23. Tage im Eismond der Jahrung
1000 + 1004 dazue
Vielminnigliche
Burgfrauen, liebe Ritterbrüder! Alljährlich
feiern wir mit dem Stiftungsfest der Gutrater Ritterschaft zue Golling unsere
Gründung auf unserer altehrwürdgen Burg. Anheut ist es uns eine
besondere Freude, das wir uns zusammengefunden haben um dieser Tage zu gedenken,
denn es ist nicht selbstverständlich, das wir hier miteinander sippen können.
In der
letzen Jahrung sind gar viele Gewitterwolken aufgezogen, die drohten uns den blauen
Himmel für immer zu verdunkeln. Doch wer Sturm sät, der wird Regen ernten
und so ging eine neue Saat auf, die den alten Boden, der bereits viel - gute wie
schlechte Früchte getragen hatte, neues Leben einhauchte und das Ungetier
vertrieb, das drohte die Ernte zu verderben. Steinig war und wird der Weg
immer sein, manches Mal wird uns wohl auch ein scheinbar unüberwindbarer
Fels denselben blockieren. Doch mit ganzer Kraft und mit ganzem Herzen werden
wir auch diese Hindernisse überwinden können. Gemeinsam können
wir jede Fessel sprengen. Doch
lassen wir anheut die Vergangenheit ruhn und kehren wir ein in unser Innerstes.
Was bedeutet eigentlich für uns das Stiftungsfest. Was waren die Gedanken
der Gründer in den Tagen, als es anstand in Golling einen Ritterbund zu schaffen.
Einige von euch waren zu jenen Tagen noch nicht eingeweiht in unsere Zeremonien
und Gebräuche und haben auch nicht mit bekommen können, was die Recken
damals bewegte. Eine Trennung ging allem voran. Hallein ward der Ausgangspunkt.
Der Geist der Freundschaft und des zueinander Stehens sollte den Grundstein für
die neue Burg darstellen. Ein Bollwerk gegen die schlechten Einflüsse nach
Außen bildete die Grundfeste, doch ward immer eine Tür für Freund
aus fern und Nah offen gelassen. Gemeinsam wurde vieles geschaffen und vieles
erreicht, welches auch noch anheut seine Gültigkeit hat. Die Romantik ist
unser ewiger Pfeiler der unser Jetzt mit den Idealen der Ritter von damals verbindet.
Unser höchstes Ziel ist es diese zu wahren. Eigene Interessen müssen
dafür in den Hintergrund gestellt werden. Es gilt den Großmeister zu
stützen und zu schützen. Er wiederum als Repräsentant sollte nie
Partei bei anderen Bünden ergreifen. So gedenken wir anheut der Tage an denen
diese Grundprinzipien geschaffen wurden und seien uns immer dessen bewusst, welche
Verantwortung wir vor uns und dem gesamten Ritterreich haben. Seien wir uns immer
dieser Vorsätze bedacht und wahren diese in Ehre und Würde. So wie
es die Gründer wollten und dies zu Fromm und Nutzen der Gutrater Ritterschaft
zue Golling. der
Burgprälat Hanns von Haunsperg
Predigt zum Jahresanfangskapitel, welches stattgehabet am 4.Tage imb Eismond der
Jahrung 1000+ 1002 dazue Vielminnigliche
Burgfrauen, liebe Ritterbrüder! Wiederum
ist ein neues Jahr angebrochen und nach dem die Feiertage vorüber sind ist
es an der Zeit sich in Maße zu üben. Die Völlereien in den vergangenen
Tagen haben uns wohl wieder mehr Substanz gebracht, die jetzt abgearbeitet werden
sollte. Doch das ist gut so, denn mit der angesammelten Energie, ist eine
starke Grundlage geschaffen, mit der wir uns wieder frisch ans Werk machen können
um neue Taten zu setzen. Ja, unser Bund ist kleiner, aber gleichzeitig wieder
überschaubarer und beschaulicher geworden. Die Stärke die wir immer
schon nach außen repräsentierten, ist erst jetzt Wirklichkeit geworden,
denn es ist zu spüren, dass unsere Gemeinschaft vom innersten her zueinander
steht und Herzenswärme auch nach außen ausstrahlt. Es ist einfach
wieder eine Freude einem Kapitel beiwohnen zu dürfen bei dem sich Freunde
treffen. Hader und Zank seien in die Welt hinausgeschickt und mögen dort
auch bleiben! Nach den Sternen zu greifen, das brauchen wir wohl nicht, denn wo
kann es schöner sein, als auf unserer Feste in Golling. Bescheidenheit ist
eine große Tugend sie bringt uns langsam, aber sicher ans Ziel- doch das
Ziel ist wiederum nur der Anfang- die Bescheidenheit! Wer so die Waage zu halten
vermag, der hat sein ewiges Ziel gefunden und wird auch dereinst im Ritterreiche
ergrauen. So bleibet uns nur noch darauf zu achten, das die negativen Einflüsse
von Außen nicht in unser Bauwerk einzudringen vermögen. Den Bund zu
schützen ist oberstes Gebot. Doch Bang ist uns wohl nicht dabei, haben wir
doch nur gleich gesinnte unter uns. Egal ob Jung oder alt, alle sind wir bereit
der Gutrater Ritterschaft zue Golling unsere ganze Kraft zur Verfügung zu
stellen. Für Gutrats Ehr mit blanker Wehr wird auch in Künften unser
Leitsatz sein- der uns verbindet- der uns bewegt der
Burgprälat: Hanns von Haunsperg
Predigt zum Weihnachtsfestkapitel,welches stattgehabet am 14. Tage imb Christmond
der Jahrung 1000+1002 dazue Vielminnigliche
Burgfrauen, liebe Ritterbrüder! Wieder
steht das Fest der Liebe und des Friedens vor der Tür und das Strahlen der
Lichterketten in den Fenstern der Häuser verzaubert mit seinem hellen Schein
die Herzen der Kinder. Allerorts erstrahlt die Gegend in einem festlichen Gewand
und während sich Menschentrauben durch die Gassen drängen, steigt aus
so manchem Kessel ein Duft empor, der zum träumen einlädt. Da ist ein
geschäftiges Kommen und Gehen, es scheint, als wolle man für einen Tag
die Welt aus den Angeln heben um sie zu umarmen. Doch wer die Ruhe gefunden hat
, der verweilt ein wenig um sich am heißen Punsch oder Glühwein zu
laben oder mit Freunden zu plaudern während ihm der süßliche Geruch
von Lebkuchen und Zimt in die Nase strömt . Eine wunderbare Zeit ist angebrochen,
die aber auch vielen Menschen Stress und Kummer bereitet. Der Hektik kann man
sehr wohl den Rücken kehren, man braucht nur inne zu halten um ihr zu entkommen!
Doch gibt es leider viele die der stillen Zeit im Jahr nicht so viel abringen
können, da sie allein gelassen von dieser Stille verzehrt werden. Darum
sei ihnen gedacht denn auch sie sollten nicht vergessen werden , sie die Alten
die uns einst gelehrt und jetzt im Siechenheim weilen , sie die Jungen die verlassen
in einem Raume warten bis das Fest vorüber ist das sie so gerne in Gesellschaft
verlebt hätten . Denen aber die das Schicksal nicht so hart getroffen sei
gesagt, lasset euch nicht gehen und genießt den Advent in Ruhe mit der Familie.
Besucht die Weihnachtsmärkte mit euren Kindern mit den Freunden und lasset
euch vom Glanze verzaubern. So kehrt wie von selbst der Friede in eure Herzen
ein und vermittelt das Gefühl wohliger Wärme. Die Geschenke für
eure Lieben könnt ihr sodann in Ruhe und mit Bedacht auswählen. Sie
sollen die Überbringer der Liebe darstellen die ihr für sie empfindet.
Auf die Größe aber kommt es dabei nicht an, auch der Wert ist nicht
maßgebend, viel wichtiger ist der Gedanke der dahinter steckt, denn in ihm
liegt der wahre Wert begraben ! Oft genügt ein kleines Symbol um einen anderen
glücklich zu machen ,mit der Freude des anderen aber hat man sich selbst
wohl das größte Geschenk auf Erden gemacht .In
diesem Sinne wünschen wir euch alle ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest!
Der
Burgprälat
Predigt zum Weinlesekapitel, welches stattgehabet am 28. Tage im Nebelmond
der Jahrung 1000 +1003 dazue Vielminnigliche
Burgfrauen, liebe Ritterbrüder! In
einer bunten Farbenpracht erstrahlt das Land nun rings umher, purpurrot und gelb
leuchten die Blätter der Bäume die sie in ein festliches Gewand hüllen.
Würzige Düfte ziehen Allerorts durch die Lüfte und lassen
erahnen, dass es nun bald wieder an der Zeit ist, sich in die warmen Stuben zurückzuziehen.
Es scheint, als hätte die Natur ihre ganze Kraft aufgebracht um sich
vor einem langen Schlummer noch einmal in voller Pracht zu zeigen. Während
der Wind mit dem Laub spielt, das schwerelos zu Boden sinkt um sich gleich darauf
wieder, wirbelnd, einem Kreisel gleich in die Lüfte zu erheben, zieht gemächlich
der Nebel züngelnd über Wald und die weite Flur um alles in seinen silbernen
Schleier einzuhüllen. Immer wieder tauchen geheimnisvolle Gestalten auf die
im Nichts entschwinden. Die Früchte die einst in mühevoller Arbeit
ausgesät, reiften während des Jahres durch die Strahlen der Sonne und
durch den Regen, der für alles Leben unerlässlich ist. Sie sind nun
prall und schwer, darob also ist es an der Zeit sie einzubringen. So ist
es auch in den Weingärten, in denen die Rebstöcke mit der Lese von der
schweren Last der Trauben befreit werden. Damit ist sichergestellt, dass auch
in Künften der edle Saft der aus ihnen gewonnen wird, durch unsere Kehlen
fließen kann. Doch ehevor bedarf es noch unzählige Stunden harter
Arbeit in den Gärten und später auf dem Gute. Darum sei den Winzern
gedanket, die so viel Müh und Plag sich aufgebürdet, denn ohne ihnen
würden unsere Kelche und Humpen wohl niemals mit edlem Safte der Reben gefüllet.
Wie würden unsere Kapitel aussehen, wenn bei der Humpenkreisung der
Becher mit unedlem Getränk versehen, oder gar ohne Inhalt wär?
Ein Rämter an dessen Herdbänken der edle Trunk nicht gereicht wird,
hätte etwas verloren, das in Maßen genossen Medizin für Geist
und Seele darstellt. Darob lasset uns auch in Künften den gefüllten
Becher der uns Wärme ins Herz bringet im Sinne eines alten Spruches erheben,
der da lautet: In Vino Veritas ! Der
Burgprälat Predigt
zum Kapitel welches stattgehabet am 14. Tage imb Nebelmond der Jahrung 1000
+ 1003 dazue Vielminnigliche
Burgfrauen, liebe Ritterbrüder ! Jetzo
ist die Zeit des Völlens und Schlemmens sowie der Narretei und des unsinnigen
Treibens für manche Ritter und Frowen vorüber , denn die Zeit des Nachdenkens
hat für sie begonnen. Da heißt es sich in der Masze zu üben und
in all ihren Tun darauf zu achten, nit die Grenzen die bereits überschritten
nochmals zu verletzen. Glaubet es tut guat so, denn wer ständig denket an
die Untuagend , wird bald schon finden sich aufgespießet und braten im Feuer
der Höll jetzo und für immerdar ! Versuchungen gibt es tausend an der
Zahl und sie erscheinen immer wieder in dämonischer Gestalt. Wölfe und
schiefbezahnte Männlein sind da besonders schlimme Beispiele die die Botschaft
Satanis in die Welt tragen, um die armen unschuldgen Mannen zu schlechtem Tun
zu zwingen. Darob gebet Acht, ihr wackeren Recken, denn die scheinbar so liebwerten
Gestalten warten nur daruf eure Gehirnwindungen gut durchzuspülen. Garstig
ist das Treiben dieser Unholde, die wie das Schneckengetier ihre schleiminge Spur
auf all ihren Wegen zurücklassen und nur darauf warten, das einer darauf
ausrutscht und in ihre Falle geht! Ebenso seiet eingedenk in eurem Walten
und trinket den Alkohol nit in Übermaßen, denn er ist ein Narr und
gaukelt manch Bilder vor, die euch zum Tun falscher Taten treiben. Erst macht
er guate Laune und lockert die Zung ,doch bald schon habet ihr abgeleget all eure
Scham und könnet euch nit mehr halten im Zaume .Der Alkohol hat oft schon
ausgelöst viel Streitigkeiten auch holde Frowen blieben dabei nit verschonet.
So fanden sich schon oft gar zänkisch Weiber wieder mit der Schandgeig aufgestellt
am Dorfplatze und mussten Buße tun für ihr schändlich Getue und
Geschwatz .Doch auch so mancher Edelmann der wohl geglaubt er könnte sich
vergahn an den Rundungen einer viel Schönen , der hat sich wahrlich schändlich
vertan und wohl sehr getäuschet. Denn die Straf für ein solch Treiben
ist eine gar fürchterliche .Der Alkohol ist wie ihr sehet eine gefährliche
Sach, er kann euch verleiten so wie ein diabolisch Weib, oder aber machet
er euch krank, so das ihr euch wünschet nie davon versuchet zu haben.
Ein falscher Freund ist er, denn er nimmt für das er euch gegeben doppelt
und dreifach alles zurück. Alkohol ist wie die Pest, denn nur zu gerne übersehet
man wie er mittels der Leut sein Unwesen treibet und immer gehet er als Sieger
hervor. So kommet ihr bald schon in Ungnad vor unseren Obristen Lehensherren.
Wer aber glaubet was wir gesprochen sei alles bloß viel Red um nichts, der
sollte weiterhin schauen in den Becher und sich daran erquicken , der soll auch
nachlaufen hinter den Röcken , sofern er später tief in den Geldranzen
langet um durch die Gnad des Burgprälaten Ablass zu erhalten. So reinigt
eure Seelen trinket viel und treibet Unzucht denn genug der Silberlinge kann die
Burgkirch haben nit! Der
Burgprälat
Predigt zum Ritterschlag des We Virgilo von Dietraming,welcher stattgehabet am
8. Tage im Nebelmond der Jahrung 1000+1003 dazue. Hochedle
Großmeister,vielminnigliche Burgfrauen,liebe Ritterbrüder! Ein
in unserer Zeit sehr selten gewordenes Ereignis hat gar viele Leut aus Nah und
Fern dazue bewegt, ihr Ross Richtung Hallein zu lenken, um dort den Ritterschlag
des Professritters Virgilo im würdigen Rahmen zu begehen.Nach
Jahren des Suchens und Lernens hat einer der wackersten Mannen der Gutrater Ritterschaft
zue Hallein seine Probezeit als Pilgrim, Knappe und Junker mit Pravur bestanden
.So darf er sich mit dem heutigen Tage als Virgilo von Dietraming vorstellen.
Ganz besonders freut es uns, dass mit dem We Virgilo von Dietraming wieder ein
starker Recke den Weg in Ritterschaft gefunden hat und er vom Tatendrang beseelt
kaum zu bremsen ist. Ja, er ist wahrlich ein Idealist und man sucht Seines gleichen
meist vergebens. Von Anfang an war er mit ganzem Herzen dem Bunde verschrieben
und getraute sich seine Meinung Offenkundig darzulegen ohne jemanden in seiner
Ehr zu rühren. Auch zu den treuesten des Bundes muss man ihn zählen,
denn er lässt wohl kein Kapitel vorübergehen, sofern es ihm das profane
Leben erlaubt. So hat sich die Kette aufgetan um den neuen Recken zu empfangen
und einzugliedern in den Bund des Zusammenseins, des zueinander Haltens und des
zueinander Stehens. Möge er seine Kraft auch fürderhin einsetzen, um
der Gutrater Ritterschaft zue Hallein ein kleines Stückchen Unsterblichkeit
einzuhauchen, denn es ist nicht leicht in der heutigen Zeit noch Menschen zu finden
, die genügend Idealismus besitzen , um einer Vereinigung wie der der Ritterschaft
angehören zu können . Umso stolzer kann man sein, da anscheinend das
richtige Zugpferd gefunden wurde, um Menschen mitzureißen und zu begeistern!
So können auch schlechte Zeiten die es immer geben wird, überstanden
werden, um sich erneut zusammenzuraffen und um sich zu einer neuen Kraft zu verbinden,
die einem jeden Schutz und Zusammenhalt gewähret. Wenn dies gelingt, dann
braucht man sich vor dem das da wohl kommen mag nicht zu fürchten, denn ihr
seid das Morgen für das es sich lohnt ein Ritter zu sein!
Der Burgprälat : Hanns von Haunsperg
| Mitternachtsweihe
Wenn
die Nacht die Schatten senkt, Glockenschlag zur zwölften Stund. Stille
harret nun im Bund, unsrer Toten ein Gedenk.
Glocke klingt das zweite Mal,
mahnend, nun in sich zu kehren. Den Altforderen
zu Ehren, hier im alten Rittersaal.
Hallend
tönt der dritte Schlag,
die Gedanken werden her. Nicht den Lebenden
zur Ehr, gilt ihr Spiel am heutgen Tag.
Vier
mal haben wir gehöret,
schon der Glocke sanften Ton. Stille der Gedanken
Thron, nichts das diese Ruhe störet.
Und
zum fünften Mal erschallet,
die Besinnlich Melodei. Alter Geist die Losung
sei, altes Blut jetzt in uns wallet.
Glockenschlag zum sechsten male,
tut uns Kund von frühen Zeiten, Hören wir vergangnes Schreiten,
hier in dem Kapitelsaale? |
Siebter
Schlag die Still durchbricht,
die im Rämter eingekehret. Burg, sie
sei euch nicht verwähret, die erfüllt von Kerzenlicht.
Achter
Schlag er lädt uns ein,
Erinnerung an alte Zeiten. Nicht in das Vergessen
gleiten, sollen immer mit uns sein! Sind
die Hände fest verbunden, Neunter Schlag der Glocke klinget. Uns
einander näher bringet Haben unser Ziel gefunden. Herzschlag
folgt dem Glockenklang, zehn mal jetzt in dieser Runde. Tuet uns die alte
Kunde, eines Recken Leben lang. Mit
der Glocke elftem Schlage, der uns ruft vor Mitternacht. Sei der Recken
stets gedacht, frohe Stund vergangner Tage. Und
so bringt der zwölfte Schlag, allen Recken die geblieben. Wiederum
aufs neu den Frieden, Nacht entschwindet, neuer Tag. der
Burgprälat: Hanns von Haunsperg |
Predigt
zum Totengedenkkapitel, welches stattgehabet am 31. Tage im Weinmond der Jahrung
1000+1003 dazue Vielminnigliche
Burgfrauen, liebe Ritterbrüder! Während
die Bäume sich mit ihren letzten Blättern von ihrem blühenden und
kraftvollen Leben in den Sommermonaten verabschieden, haben wir uns anheut hier
in diesem Rämter versammelt, um unserer Freunde zu gedenken, die unserer
Tafelrunde nicht mehr beiwohnen können. Wie die Blätter eines Baumes,
trug der Wind ihre Seelen in die Ferne, bis sie im ewigen Kapitelsaal ihre letzte
Ruhestätte fanden. So weit uns dieser auch entfernt scheint, so sind die
Abgerittenen uns doch so nah und unsere Erinnerung an ihre großen Taten,
lässt sie uns ewig verbunden bleiben. Der Tod ist unser ständiger
Begleiter, so vergesse nicht Mensch, dass du sterblich bist und deine Zeit auf
Erden zu wandern begrenzt. Besinne dich stets dessen, was wirklich zählt-
die Freundschaft, die Liebe- so dass wir nicht von dieser Erde weichen, ohne eine
Spur zu hinterlassen. Nichts bleibt dir, als die Spur, die du im Herzen deiner
Freunde hinterlassen hast.So
gedenken wir anheut unserem He Ehrenerzgroßmeister Kuno von Wartenfels,
unserem We Zucht und Knappenmeister Siegbert Herr auf Walchen, sowie unserem He
Ehrengroßmeister und Ehrenerzburgprälat Rudolfus von der Rosen. Sie
alle waren vom Herzen wahre Ritter. Sie haben vieles auf Gutrat bewirkt. Die Taten
die sie einst setzten, haben sie Unsterblich gemacht, so dass Ihr Geist für
immer unter uns weilet. Liebe ritterlich Freund, die ihr nicht mehr bei uns seid,
wir haben euch zu euren Lebzeiten kennen und schätzen gelernt. Ihr wart
immer für uns da und habt uns wo ihr konntet mit Rat und Tat unterstützt.
In unsere Herzen haben wir euch aufgenommen, wo immer ein Platz für euch
sein wird. Diximus
Der Burgprälate Hanns von Haunsperg
Predigt zum 200. Kapitel, welches stattgehabet am 4. Tage
imb Ostermond der Jahrung 1000+1003 dazue Vielminnigliche
Burgfrauen, liebe Ritterbrüder! Viele
Jahr ist's wohl nun her seit dem die Gutrater gen die Feste Golling zogen, um
diese wieder mit ritterlichem Geiste zu beseelen und zu einen Hort der Freundschaft
,Geselligkeit, vor allem aber eine Zufluchtsstätte für Idealisten, die
die wahren Werte nicht vergessen haben zu machen. Also zu dem, dessen sich
ein jeglich ritterlich Gesinnter verschrieben hat. In jenen jungen Tage wurde
nicht nur der Bund aus der Taufe gehoben, nein, es begann erneut Leben in die
alten Gemäuer einzufließen, das dass Mysterium des Vergangenen wieder
erstehen ließ. Was damals gelebt ist heute bereits Geschichte und wie bereits
in alten Zeiten wurde diese nicht nur schriftlich durch die unzähligen Chronisten
de Bundes festgehalten, sondern auch durch das Kapitelbuch des Bundes dokumentiert.
Vom Beginne an wurde dieses gehegt und gepflegt, wie es seit je her bei den Gutratern
Brauch war und so fügte sich Bild für Bild und Seite für Seite
zu einem Ganzen zusammen. Schier endlos schienen die leeren Seiten und man konnte
sich damals kaum vorstellen wie lange es wohl dauern würde bis diese gefüllet.
So vergingen die Wochen, Monate und Jahr, es wurde kapitelt und gefeiert. Mit
jeder Zusammenkunft aber kamen neue Bilder, Sprüche und Namen dazu, die es
allmählich füllten. Doch mit dem heutigen Tage, dem 200. Kapitel der
Gutrater Ritterschaft zue Golling sind wir nun an der letzten Seite angelanget,
damit ist aber die Geschichte unserer Ritterschaft nicht ausgeschrieben, da bereits
ein neues Kapitelbuch darauf wartet geöffnet zu werden. Wie diese Geschichte
aber weiter geht, das wissen wir nicht. Ein's aber ist gewiss, alle die mit uns
gehen, werden diese Geschichte gestalten, werden sie leben und werden einst ein
Teil davon sein. Ein Teil eines großen Strebens, einer Offenbarung. Ein
Teil eines Ganzen ohne Anfang und Ende, jetzt und immerdar. So bleibt uns
nur noch unseren We Wulf Scheller zue Urstayn zu wünschen, das auch seine
Geschichte und derer zu Hohenwerfen so verläuft, wie er sich das wünschet.
Denn wie sie verlaufen wird wissen wir nicht.
Der Burgprälat Hanns von Haunsperg Predigt
zum "Unsinnigen Kapitel", welches stattgehabet am 7.Tage
im Taumond der Jahrung 1000 und 1003 dazue Vielminnigliche Burgfrouwen,
liebe Ritterbrüder! Oh
allerliebste Brüder, so wir erkennen und mit den innersten Augen unseres
Herzens Ansehen, wie wir in dieser vergänglichen und flüchtigen Welt
wohnen, so ist es uns auch Not, dass wir oft betrachten, wie uns unsere Torheit
an unserem Heil hindert und uns das Herz entzückt für andere Dinge,
die uns den göttlichen Rat schier vergessen lassen in dieser Zeit der Narretei.
"Oh
arme sündige Seele, bedenke in großem Ernst dein elendes Scheiden vom
Leibe, wie in dieser grausamen Zeit gegenwärtig sind die Diener des Bösen,
die Teufel, die scheußlichen höllischen Geister, wie die grimmigen
Löwen warten sie auf dich als einen köstlichen Raub; dann wird
offen stehen die Stätte der unsäglichen Pein, der Finsternis und des
Gestanks, dann wird herrschen das Grauen der größten Trübsale,
des Klagens und Weinens, da wird sein Erschrecken und Erzittern vor den größten
Ängsten, ach und weh ohne End; da wird sein der unbegreifliche Schmerz beim
Anblick des Teufels, das ist der maßlose Schrecken der höllischen Wohnung
an der Stätte des Weinens und Klagens, Seufzens und Trauerns, Zitterns und
Zagens, der tränen und des Geschreis der Sünder: weh, weh, weh uns,
armen Seelen." Was frommet dann dieser armen Seel der Übermut, die Hoffart
weltlicher Ehr, die so vergängliche Eitelkeit und höchste weltliche
Würden; die Begier unziemlicher Wollust, die Schnödigkeit der Unkeusche,
die köstliche Speise, das hochgültig Getränk, Zartheit des Leibs,
höfische Gewänder, der speisen Überfluss, die Gefräßigkeit
und die Trunkenheit, was helfen die weiten Paläste, die hohen Festen, die
Schätze und aller Reichtum. Dies alles wird die arme Seele nicht befreien
aus dem grausamen mund der höllischen Löwen, von dem verfluchten Schlund
des Drachens. Also lieber Mensch, beschau dich in diesem Spiegel, damit du
dich selbst erkennst und siehst, wer du bist und wer du sein sollst, dass du aus
diesem allen mit Fleiß lernest und in deinem Herzen bewahrest und mit den
Werken folgst diesem göttlichen Rat, damit du erkennst, was zu tun und zu
lassen sei, in welchem maß und Meinung, in welcher Bescheidenheit man dasselbe
tue. Damit du verstehst die Worte, und mit der Weisheit, die in diesen Worten
begriffen, der ewigen Verdammnis entfliehst und die ewige Seligkeit erlangest
mit der Gnade und der Hilfe unseres obrist Lehensherren. So gebet reichlich
ihr Selbstgefälligen, auf dass Euch Geiz und Hoffart nicht zerfressen mögen
-und füllet den Säckel der Burgkirch gut! Der
Burgprälate Hanns von Haunsperg
Predigt zum Jahresanfangskapitel,
welches stattgehabet am 4.Tage imb Eismond der Jahrung 1000+ 1002 dazue
Vielminnigliche Burgfrauen, liebe Ritterbrüder ! Nun,
da die Feiertage vorüber sind, ist es aus mit dem Völlen und Schlemmen.
Das neue Jahr hat begonnen und so ist's an der Zeit Ideen zu spinnen, um sie sodann
in die Tat umzusetzen. Doch ehevor möchten wir einen kleinen Rückblick
in die vergangene Jahrung wagen, denn es ist vieles geschehen, es hat sich vieles
getan. Ungebrochen scheint das Interesse am Mittelalter, besonders ist dies bei
uns zu bemerken, da ein schier nicht enden wollender Strom an Begeisterten die
Feste Golling stürmte, um auch der Gutrater Ritterschaft anzugehören.
Da die Mitgliederanzahl unseres Bundes im letzten Jahr stark zugenommen hat, wird
einem schon bald klar, das Grenzen gesetzt werden müssen, denn unsere Räumlichkeiten
sind wohl für solch einen Andrang nicht geeignet. Also gebet acht, denn wer
gar zu arg der sünd'gen Laster frönet, wird zumindest bei der Burgkirch
in Ungnad fallen und die Straf dafür kunnet ihr wohl schon erahnen. So änderte
sich das Burgleben drastisch, denn es gab und wird wohl kaum mehr ein Kapitel
geben, bei dem der Rämter nicht gut gefüllet ist, die kleinen Kapitel
gehören nun endgültig der Vergangenheit an. Kurzum der Bund erstrahlt
in neuer Bracht und in einer nie zuvor da gewesen Stärke. Für die
neue Jahrung steht uns noch vieles bevor, vor allem werden wir viel Arbeit in
die Vorbereitungen für das zweite Gollinger Mittelalterfest investieren müssen
um die begangenen Fehler des vorigen Jahres weitestgehend zu dezimieren. Einen
Anfang dafür haben wir bereits schon jetzt gesetzt. Ein großer Schritt
wird dies wohl wieder für unserem Bunde sein, für dessen gelingen, wir
als euer Burgprälat ein gutes Wort bei unseren Obristen Lehensherren einlegen
werden. Wenn wir darüber hinweg die kleinen Dinge in unserem Bunde nicht
übersehen, dann werden wir diesen Weg voll Glorie fortsetzten können
und weiterhin aus stolzer Brust sagen, wir sind ein Ritter der Gutrater zue Golling.
Doch wie geht es weiter?, Gutrat, "Quo Vadis ?", das wird sich noch
zeigen! Der
Burgprälat Hanns von Haunsperg Predigt
zum Weihnachtsfestkapitel, welches stattgehabet am 14. Tage imb
Christmond der Jahrung 1000+1002 dazue
Vielminnigliche Burfrauen,liebe Ritterbrüder! Wieder
steht das Fest der Liebe und des Friedens vor der Tür und das Strahlen der
Lichterketten in den Fenstern der Häuser verzaubert mit seinem hellen Schein
die Herzen der Kinder. Allerorts erstrahlt die Gegend im festlichen Gewand und
während sich Menschentrauben durch die Gassen drängen, steigt aus so
manchem Kessel ein Duft empor, der zum träumen einlädt. Da ist ein geschäftiges
Kommen und Gehen, es scheint, als wolle man für einen Tag die Welt aus den
Angeln heben um sie zu umarmen. Doch wer die Ruhe gefunden hat , der verweilt
ein wenig um sich am heißen Punsch oder Glühwein zu laben oder mit
Freunden zu plaudern während ihm der süßliche Geruch von Lebkuchen
und Zimt in die Nase strömt . Eine wunderbare Zeit ist angebrochen, die aber
auch vielen Menschen Stress und Kummer bereitet. Der Hektik kann man sehr wohl
den Rücken kehren man braucht nur inne zu halten um ihr zu entkommen! Doch
gibt es leider viele die der stillen Zeit im Jahr nicht so viel abringen können,
da sie allein gelassen von dieser Stille verzehrt werden. Darum sei ihnen
gedacht denn auch sie sollten nicht vergessen werden , sie die Alten die uns einst
gelehrt und jetzt im Siechenheim weilen , sie die Jungen die verlassen in einem
Raume warten bis das Fest vorüber ist das sie so gerne in Gesellschaft verlebt
hätten . Denen aber die das Schicksal nicht so hart getroffen sei gesagt,
lasset euch nicht gehen und genießt den Advent in Ruhe mit der Familie.
Besucht die Weihnachtsmärkte mit euren Kindern mit den Freunden und lasset
euch vom Glanze verzaubern. So kehrt wie von selbst der Friede in eure Herzen
ein und vermittelt das Gefühl wohliger Wärme. Die Geschenke für
eure Lieben könnt ihr sodann in Ruhe und mit Bedacht auswählen. Sie
sollen die Überbringer der Liebe darstellen die ihr für sie empfindet.
Auf die Größe aber kommt es dabei nicht an , auch der Wert ist nicht
maßgebend , viel wichtiger ist der Gedanke der dahinter steckt , denn in
ihm liegt der wahre Wert begraben ! Oft genügt ein kleines Symbol um einen
anderen glücklich zu machen ,mit der Freude des anderen aber hat man sich
selbst wohl das größte Geschenk auf Erden gemacht .In
diesem Sinne wünschen wir euch alle ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest!
Der Burgprälat Hanns von Haunsperg Predigt
zum Weinlesekapitel,
welches stattgehabet am 25.Tage im Weinmond der Jahrung 1100 + 902 dazue
Vielminnigliche Burgfrauen, liebe Ritterbrüder! In
einer bunten Farbenpracht erstrahlt das Land nun rings umher, pur pur rot und
gelb leuchten die Blätter der Bäume die sie in ein festliches Gewand
hüllen. Würzige düfte ziehen Allerort durch die Lüften und
lassen erahnen, dass es nun bald wieder an der Zeit ist, sich in die warmen Stuben
zurückzuziehen. Es scheint, als hätte die Natur ihre ganze Kraft aufgebracht
um sich vor einem langen Schlummer noch einmal in voller Pracht zu zeigen. Während
der Wind mit dem Laub spielt, das schwerelos zu Boden sinkt um sich gleich darauf
wieder, wirbelnd, einem Kreisel gleich in die Lüfte zu erheben, zieht gemächlich
der Nebel züngelnd über Wald und die weite Flur um alles in seinen silbernen
Schleier einzuhüllen. Immer wieder tauchen geheimnisvolle Gestalten auf die
im Nichts entschwinden. Die Früchte die einst in mühevoller Arbeit ausgesät,
reiften während des Jahres durch die Strahlen der Sonne und durch den Regen,
der für alles Leben unerlässlich ist. Sie sind nun prall und schwer,
darob also ist es an der Zeit sie einzubringen. So ist es auch in den Weingärten,
in denen die Rebstöcke mit der Lese von der schweren Last der Trauben befreit
werden und damit dafür gesorgt ist, dass auch in künften der edle Saft
der aus ihnen gewonnen wird, durch unsere Kehlen fließen kann. Doch ehevor
bedarf es noch unzählige Stunden harter Arbeit in den Gärten und später
auf dem Gute. Darum sei unserem Winzer gedanket, der so viel Müh und Plag
sich aufgebürdet, denn ohne ihm würden unsere Kelche und Humpen wohl
niemals mit edlem Safte der Reben gefüllet. Wie würden unsere Kapitel
aussehen, wenn bei der Humpenkreisung der Becher mit unedlem Getränk versehen,
oder gar ohne Inhalt wär ? Ein Rämter an dessen Herdbänken der
edle Trunk nicht gereicht wird, hätte etwas verloren, das in Maßen
genossen Medizin für Geist und Seele darstellt. Darob lasset uns auch in
künften den gefüllten Becher der uns Wärme ins Herz bringet im
Sinne eines alten Spruches erheben, der da lautet: In Vino Veritas !
Der
Burgprälat Hanns von Haunsperg Predigt
zum Frühlingskapitel,
welches stattgehabet am 12. Tage imb Ostermond der Jahrung 1000 +1002
dazue
Vielminnigliche Burgfrauen, liebe Ritterbrüder ! Frühlingsscheinen Einst
vom Grau und Schwarz umhüllt lag das Land im fahlen Scheine. Burg
verschlossen, Finsternis Einsamkeit mit sich alleine. Doch
ein Wunsch sich jäh erfüllt Lang erwartet, oft ersonnen. Hat
die Macht des lichten Scheins wieder Oberhand gewonnen. Da
zerbersten an den Fenstern Balken die der Kälte Trutz. In den frost´gen
langen Nächten Vor dem Eise dürft´ger Schutz. Und
so bahnen sich die Strahlen Ihren Weg durch alle Scharten. Licht erfüllt
den letzten Winkel: "endlich ist vorbei das Warten!" Türen
werden aufgestoßen, Düfte strömen durch die Räume.
Milde zieht der warme Schein, all hinab in sanfte Träume. Burgprälat
Hanns von Haunsperg Predigt
zum Generalkapitel,
welches stattgehabet am 15. Tage imb Lenzmond der Jahrung 1000 + 1001 dazue
Vielminnigliche Burgfrauen, Liebe Ritterbrüder ! Wie
jedes Jahr zum Generalkapitel haben wir uns auch anheut wieder zusammengefunden
um die Ämter und Würden die im Bunde zu bekleiden sind zu vergeben.
Großteils ist wiederum alles beim alten geblieben, dies sollte aber kein
schlechtes Omen sein denn jene Personen haben sich in ihrer Tätigkeit bewährt,
so dass ein Tausch der Selben wohl kein guter Schachzug gewesen wäre.
Vielmehr ist es sehr positiv zu verstehen, weil sich doch ein jeder in seinem
Tun weiterzuentwickeln vermag und dadurch eine wertvolle Stützte für
den Bund darstellt. So trägt jeder auf seine Art und Weise dazu bei,
dass die Abende unserer Zusammenkünfte zu gelungenen Kapiteln werden.Welche
Rolle einem im Bunde zukommt ist von minderer Bedeutung, wichtig ist das dabei
sein, die Freundschaft und die Toleranz den anderen gegenüber steht allem
voran!Wenn alles ineinander fließt, ist der Kreis geschlossen, der uns die
Kraft gibt die wir brauchen um voller Zuversicht in die Zukunft schauen zu können.
Der
Burgprälat Hanns von Haunsperg Predigt
zum romantischen Kapitel, welches stattgehabet, am 8. Tage imb
Nebelmond der Jahrung 1000 + 1002 dazue
Vielminnigliche Burgfrauen, liebe Ritterbrüder! Wieder drängt die
kalte Jahreszeit ins Land und lässt uns erahnen das schon in Bälde
alles in einem silbernen Mantel eingehüllt sein wird. Weiß färbt
sich der Hauch unseres Atems, Reif legt sich des Morgens auf die Wege. Angebrochen
ist die Tempus hora domini, die Zeit der häuslichen Stunden. Schon bald werden
wieder wohlige Düfte durch die Räume ziehen um uns zu verkünden,
das unsere gar so fleißigen Frowen sich an die Arbeit gemacht haben, um
uns Rittersmannen mit wahrlich edlem Backwerke zu beglücken. Da steigt ein
wohlig warmes Gefühl in den Herzen auf, das uns an die unbeschwerlichen Zeiten
der Kindheit zu erinnern vermag. So ist es in der Müßigkeit auch unumgänglich,
sich romantischer Gefühle hinzugeben, um in ferne, erträumte Länder
und Zeiten einzutauchen, welche realer erscheinen, als die so kalte und trostlose
eigene Wirklichkeit. Oft werden anheut Menschen die so denken, milde belächelt,
oder gar höhnisch verspottet, doch wer das träumen aufgibt, gibt auch
einen gewissen Teil seiner selbst auf und entfremdet sich so zu seinem Innersten,
das er sich in Folge nicht mehr zu erkennen vermag. Darob lasset uns immer
wieder einander aufs neue begegnen, um der gemeinsamen Liebe in Hoher Minne
und in ritterlicher Freundschaft zu frönen, dem hohem Mittelalter der Zeit
und der Heimat unserer Wahl! D er
Burgprälat Hanns von Haunsperg
Predigt
zum Jahresanfangskapitel,
welches stattgehabet am 4.Tage imb Eismond der Jahrung 1000+ 1002 dazue Vielminnigliche
Burgfrauen, liebe Ritterbrüder ! Nun,
da die Feiertage vorüber sind, ist es aus mit dem Völlen und Schlemmen.
Das neue Jahr hat begonnen und so ist's an der Zeit Ideen zu spinnen, um sie sodann
in die Tat umzusetzen. Doch ehevor möchten wir einen kleinen Rückblick
in die vergangene Jahrung wagen, denn es ist vieles geschehen, es hat sich vieles
getan. Ungebrochen scheint das Interesse am Mittelalter, besonders ist dies bei
uns zu bemerken, da ein schier nicht enden wollender Strom an Begeisterten die
Feste Golling stürmte, um auch der Gutrater Ritterschaft anzugehören.
Da die Mitgliederanzahl unseres Bundes im letzten Jahr stark zugenommen hat, wird
einem schon bald klar, das Grenzen gesetzt werden müssen, denn unsere Räumlichkeiten
sind wohl für solch einen Andrang nicht geeignet. Also gebet acht, denn wer
gar zu arg der sünd'gen Laster frönet, wird zumindest bei der Burgkirch
in Ungnad fallen und die Straf dafür kunnet ihr wohl schon erahnen. So änderte
sich das Burgleben drastisch, denn es gab und wird wohl kaum mehr ein Kapitel
geben, bei dem der Rämter nicht gut gefüllet ist, die kleinen Kapitel
gehören nun endgültig der Vergangenheit an. Kurzum der Bund erstrahlt
in neuer Bracht und in einer nie zuvor da gewesen Stärke. Für die
neue Jahrung steht uns noch vieles bevor, vor allem werden wir viel Arbeit in
die Vorbereitungen für das zweite Gollinger Mittelalterfest investieren müssen
um die begangenen Fehler des vorigen Jahres weitestgehend zu dezimieren. Einen
Anfang dafür haben wir bereits schon jetzt gesetzt. Ein großer Schritt
wird dies wohl wieder für unserem Bunde sein, für dessen gelingen, wir
als euer Burgprälat ein gutes Wort bei unseren Obristen Lehensherren einlegen
werden. Wenn wir darüber hinweg die kleinen Dinge in unserem Bunde nicht
übersehen, dann werden wir diesen Weg voll Glorie fortsetzten können
und weiterhin aus stolzer Brust sagen, wir sind ein Ritter der Gutrater zue Golling.
Doch wie geht es weiter?, Gutrat, "Quo Vadis ?", das wird sich noch
zeigen! Der
Burgprälat Hanns von Haunsperg Predigt
zum Generalkapitel,
welches stattgehabet am 15. Tage imb Lenzmond der Jahrung
1000 + 1001 dazue Vielminnigliche
Burgfrauen, Liebe Ritterbrüder ! Wie
jedes Jahr zum Generalkapitel haben wir uns auch anheut wieder zusammengefunden
um die Ämter und Würden die im Bunde zu bekleiden sind zu vergeben.
Großteils ist wiederum alles beim alten geblieben, dies sollte aber kein
schlechtes Omen sein denn jene Personen haben sich in ihrer Tätigkeit bewährt,
so dass ein Tausch der Selben wohl kein guter Schachzug gewesen wäre.
Vielmehr ist es sehr positiv zu verstehen, weil sich doch ein jeder in seinem
Tun weiterzuentwickeln vermag und dadurch eine wertvolle Stützte für
den Bund darstellt. So trägt jeder auf seine Art und Weise dazu bei,
dass die Abende unserer Zusammenkünfte zu gelungenen Kapiteln werden.
Welche Rolle einem im Bunde zukommt ist von minderer Bedeutung, wichtig ist das
dabei sein, die Freundschaft und die Toleranz den anderen gegenüber steht
allem voran! Wenn alles ineinander fließt, ist der Kreis geschlossen,
der uns die Kraft gibt die wir brauchen um voller Zuversicht in die Zukunft schauen
zu können. Der
Burgprälat
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