Der
Minnesänger Es
ward gewest vor viel der Jahr´n , ein Minnesänger der mit Worten.
Der Frowen Herzen stets umgarn. Bekannt in aller Orten. Gar
süße Melodeyn er sang, von Liebe und von Schmerzen. Und ´s
sanft aus sinem Munde klang. Er brach der Frowen Herzen So
zog er durch die Lande oft, mit sinen schönen Weisen. Und immer hat
er nur gehofft, ihm würd die Liebe weisen. Den
Weg zur Seele einer Maid, ihr Innerstes zu finden. Wenn dies gescheh dacht
er schon weit Könnt ewig er sich binden. Begehrt
war er und angeseh´n, egal von welchem Stande. Was er erhofft ward
nicht gescheh´n. Trug nie im Haar die Bande. Er
reiste wohl schon Tage lang, sein Schicksal schien besiegelt. Als er des
nächtens wieder sang, da stand die Tür verriegelt. Bis
zum Gemach das Spiel erklang, begleitet von der Laute. Doch niemand lauschte
dem Gesang, schon bald der Morgen graute. Nun
ließ es ihn nicht mehr in Ruh, was da geschah, er konnt´s nicht
fassen Denn wo "er" sang hörte man zu, nie würd ein
Frowe von ihm lassen! Erneut
zog übers Land, der Schleier dunkler Nächte. Der Sänger
nahm die Laut zur Hand, hob an zum Wortgefechte. Die
Tür stand wieder fest verschlossen Nichts zeugte von dem wachen Geiste
Er spielte weiter unverdrossen Die holde Maid er preiste. Der
Tage drei war´n bald verstrichen, versperrt der Kemenate Tür.
Vom Platze trotzdem nicht gewichen, "der Sänger" ließ
nicht ab von ihr. So
viel Geduld ward nie gesehen Bis dahin rings umher im Land Man hörte
Schritte, leises gehen, am Knaufe tastete die Hand Ein
Schlüssel wurde umgedreht, dann ging das Tor der Sehnsucht auf Im
Bogen eine holde steht, voll Schönheit, tat den Munde auf. Sie
frug mit einer lieblich Stimme, den Manne was er denn begehr. Er, der
beraubt war seiner Sinne, sonst so begabt, tat sich jetzt schwer. Die
Worte schienen ihm entschwunden, die Kehle zugeschnürt und bang.
Nie hat er so wie heut empfunden, erwartend schier ein Leben lang. Nun
fasste er all Mut zusammen, erzählte ihr von seinen Reisen. Das er
nicht sei wie andr´e Mannen, wollt wahre Liebe nur beweisen. Der
wahren Liebe tiefen Sinn, wir werden nie ergründen. Sprach sie sodann
mit sanfter Stimm, doch würden wir uns finden? Gefunden
haben wir uns sprach, der Minnesänger wohl gerührt. Lagt ihr
auch einsam im Gemach, Wir haben eure Seel berührt! Und
Tag für Tag und Nacht für Nacht, erklingen sanft die Melodeyen.
Der Minnesänger der gewacht, konnt seine wahr Liebe freien. So
gegeben am 19.Tage im Heumond der Jahrung 1000+1002 dazue
(Hanns von Haunsperg) Der
Gutrat Ritterschaft zum Stiftungsfeste
Oh Gutrat, stolze Blume, bist einer Rose gleich, man hört von deinem
Ruhme heut im ganzen Ritterreich, Es
streben zahlreich Mannen nach der besond´ren Ehr die Profanei zu
bannen, und ziehn zum Remter her. Gar
stattlich steh´n die Recken, gar glorreich ist die Schar, in jedem
konnt´st erwecken, die Ritterstreu fürwahr. Doch
achte auf die Dornen, die deine Ranken zier´n hör auf das Wort
der Nornen, willst du nicht einst verliern. Was
wir waren, was wir hatten, was wir haben, was wir sind; alles ist wie
Traum und Schatten alles mit der Zeit verrinnt. Drum
erhalte deinen Mut Deine Liebe deine Kraft, und erhalte jene Glut,
die aus Mannen Ritter macht. (Mechthild
von Haunsperg) Ritter
sein heisst ...... Ritter
sein heißt Freiheit schätzen, niemandes Unabhängigkeit verletzen,
Geist und Gefühl sind wohl gepaart, großzügig, wahrlich ist
die Art. Ritter
sein heißt Freundschaft pflegen, Die Verbindung zwischen Bünden
hegen, große Achtung zu den Freunden haben, und auch deren Meinung
dann mittragen. Ritter
sein heißt zu was höherem streben, und auch nach den Idealen leben,
dem Andern auch sein Wunschbild gönnen, und nicht gleich mit Kritik verhöhnen. Ritter
sein heißt nach der Ethik trachten stets die Meinung eines Andern achten
das Ganze immer als ein Traum verstehen nicht kleinkariert zum Himmel flehen.
Ritter
sein heißt freudig leben, auch zur rechten Zeit den Humpen heben,
den Humor mit Worten pflegen, so lässt sich's auf Kirnsteyn leben.
(Andreas
von Waldeck, Großmeister des Kirnsteyner Ritterbundes) Weihnachtsfestkapitolein Der
Christmond Eis und Kälte bringt, das Land in starrer Ruh, nur sanft
der Glocken Klang erklingt, der glitzernd Schnee das Grau deckt zu. In
diese Stille mischet sich leise, ein nähernd` Stimmgewirr und Lachen,
viel Sassen, Frouwen auf der Reise, ihr Schritt lässt Burghof`s Eis zerkrachen. Denn
Gutrats Rempter ruft zur Stunde, die wärmend Herdbank lädt schon
ein und weit ins Land dringet die Kunde, vom Weihnachtsfestkapitolein. Der
Atzung Duft betört die Sinne, die Labung in die Becher fließt,
die Recken frönen noch der Minne, sodass kein Herz anheut verdrießt. Alsbald
ein jeder kommt zur Ruh, und harret dem, was kommen mag, Burghauptmann
schließt die Tore zu, der Weihnachts` Sinn im Rempter lag. Inmitten
der illustren Runde, erstrahlet hell der Tannenbaum, ein staunend Wort
in jedem Munde, gefesselt von dem lichten Traum. Da
plötzlich alle Red verstummet, die Augen werden jedem weit, was nun
die Ritterschaft vernummet, kannt man aus Sagen alter Zeit. In
jenem hellen Kerzenschein, erstrahlt ein unbekanntes Licht, die Magd mit
ihrem Kindolein, zu Gutrats Sassen leise spricht. "
Ihr Recken hier, in Amt und Würden, seht her und höret auf mein
Wort`, die Menschheit traget viele Bürden, und die Erlösung
scheint weit fort. Ein
Recke hier aus eurem Kreise, vom Obristen ist auserkoren, zu finden unter
Schnee und Eise, der Seele Rettung, die geboren. So
denkt zurück an Parzival, der einst in ferne Lande zog, zu suchen
jenen heil`gen Gral, der reine Liebe in sich trog. Da
schweiget still die Ritterschaft, gedenket jener Jungfrau Wort, und dieses
Wunders, das vollbracht, zu suchen galt`s den heil`gen Ort. Ein
jeglich Sasse harret schon, dem Ende des Kapitoleins, gedenket seinem
eig`nen Lohn, dass einst das Ehrgefühl sei seins. Ein
jeder grübelt und studieret, wie es wohl zu vollbringen wär,
dass er den Wettstreit nicht verlieret, zurückzukehr`n in Würd und
Ehr. So
machten sie sich auf die Reise, ein jeder ganz auf seine Art, die alten
und die jungen Reise, zu meistern jene lange Fahrt. Der
eine schärfet seine Schwerter, der andre nehmet Gold und Geld, nichts
war zu dieser Zeit begehrter, als zu finden Wunder dieser Welt. Nur
einer bleibet still zurück, verzichtend auf der Welten Lohn, suchet
der Herdbank häuslich Glück, begleitet von der Sassen Hohn. Da
ziehet Tag um Tag ins Land, Frühjahr, Sommer, Herbst vergeht, doch
keiner jenen Becher fand, so jeder mit leeren Händ` dasteht. Und
als die Jahrung ward vergangen, da kehret wiederum heim die Schar die
Sassen hin zum Rempter drangen, und brachten ihre Gaben dar. Doch
fand sich darunter nicht eines, das würdig dem Erlöser wär,
denn seligmachend war wohl keines, so tat man´s ab als bloße Mär. Enttäuscht
setzt man sich zu kapiteln, ein jeder kehret in sein Amt, betrübt,
dass mit den eignen Mitteln, am End man doch das Ziel nicht fand. Doch
unter Freunden Leid zu teilen, verjaget alsbald Kummer, Gram, denn in
Gemeinschaft zu verweilen, den Sassen die Betrübnis nahm. Alsbald
der Humpen ward gefüllet, am Baum entflammte man die Kerzen, in Lieb
und Freundschaft d´Seel sich hüllet, eintträchtig` Gemeinschaft
aller Herzen. Und
als man so beisammensaß, den Rebensaft dem Nächsten reichte,
ein jeder eig`nen Ruhm vergaß, erschien die Prüfung jäh als
leichte. Das
war der Gral, den man vergebens, gesucht in jedem fernen Land, das ist
Erlösung die zeitlebens, ein jeder in dem Kreise fand. Da
öffnet sich des Himmels Tor, erscheint ein unbeschreiblich Leuchten,
die Recken staunend stehn davor, als sie es schon verloren deuchten. Die
Jungfrau sprach in sanftem Ton, zu dem, der nicht nach Ehr wollt trachten,
Ihr tragt am End den Ruhm davon, Denn an der Herdbank hier im Bunde-
da werde wahrlich Weihnachten. (Mechthild
von Haunsperg) Gutratlied Am
Felsen hoch die Feste trohnt, nach Gutrat sie benannt. Von edelstem Geschlecht
bewohnt, ward allerorts bekannt. Für
Gutrats Ehr mit blanker Wehr, ist unser Schwur allzeit. Zu kämpfen
stets ist unsre Ehr, sind immer wir bereit. Das
Mauerwerk ist brüchig jetzt, vergangen ist viel Zeit. Erneut wurd
Stein auf Stein gesetzt, der Ritter Geist befreit. Für
Gutrats Ehr mit blanker Wehr, ist unser Schwur allzeit. Zu kämpfen
stets ist unsre Ehr, sind immer wir bereit. Drum
stehen wir jetzt Hand in Hand, mit Körper und mit Geist. Vereinigt
durch der Freundschaft Band, den graden Weg uns weist. Für
Gutrats Ehr mit blanker Wehr, ist unser Schwur allzeit. Zu kämpfen
stets ist unsre Ehr, sind immer wir bereit. (Hanns
von Haunsperg)
| Gaudium
In dieser hehren Ritterschaft, wird bei Kapiteln gern gelacht, selbst
ernstes Zeremonium, verkommt bisweiln zum Gaudium. Nun
fragen wir uns, liegts daran, dass mancher gar nicht ernst sein kann?
das Hirn ersinnt sich zahlreich Thesen, warum so lustig wir gewesen. Fehlts
unsren Mannen an Turnieren, dem holden Weib zu imponieren, und sucht er
just in diesem Bunde, mit Witz zu punkten in der Runde? Oder
sollts der Lapsus sein, der sich oftmals leis schleicht ein, der alsbald
mit Wohlgefallen, Kiefer spreizet in den Hallen? Wolln
wir durch die Reihn nun blicken, um das Bild zurechtzurücken, was
denn hier die Heiterkeit, und den Frohsinn nur verbreit`. Der
Siegmund mit schneeweißem Haar, setzt sich für uns ein Jahr um
Jahr, drum ist zu Recht er drauf versessen, beim Humpenanblick zu vergessen,
um abermals dem Trunk zu frönen, und sich den Abend zu verschönen.
"Unsre Gesponsin" nennt er Frauen, worauf der´n Mannen
verdutzt nur schauen, ein jeder fragt sich - ist sie nun mein- oder darf
sie nur seine sein? Den
Hanns, nennen wohl die Annalen, den Ritter mit den Schöpferqualen,
mal hat der Gute sich versteckt, ein andres Mal ist er verdreckt, und
stets zweifelt die Ritterschar, obs wirklich nur ein Zehent war. Der
Johann, unser Medikus, heilt wirklich nur, wenn es sein muss, doch kannst
im Rämter du noch weilen, braucht er sich nicht bemühn zu heilen.
Er spricht nur kurz du bist gesund,
.oder zu Unrecht hier im Bund. Der
Wolfgang sich vom Stuhle hebt, wenn er durchgeistigt uns umschwebt, doch
glückts noch nicht sich so zu teilen, bei uns und andrerorts weilen. Dem
Liupold dem lieben Thor, kommt bald etwas sehr lustig vor, und da die
Zunge locker sitzt, er schnell mit seinem Beitrag witzt, Der
Regeinbert zu guter Letzt, kommt vom Profanen abgehetzt, versprüht
mit Charme gern Anektoten, die in den Weibern Drachen loten. Wie
stehet es nun mit den hehren, die nach der Ritterwürd begehren,
fint unter ihnen sich der Mann, der Ritter zum Lachen bringen kann? Ein
Sasse reiste sunders weit, in sein Geheimnis uns einweiht, Will einer
Randulfs Mäglein freien, muss er zuvor im Rämter speien. Der
Ulrich groß gar von Statur, rammt Löcher in den Boden nur,
verlöscht vom Flammenschein der Rämter , dürft ihr verlassen
eure Ämter. Erendil
mit ein Fabelnamen, der mystisch klinget für die Damen, liebt seine
weiße Stute nur, den Rest besorget die Natur. Der
Martin, der auch weit gereist, hat einst den Höhlenbärn verspeist,
drum traget er ihn jetzt im Namen, als Knappe nicht, doch im profanen. Alexander,
der von edlem Blut, wärmt gern sich unterm Rangerhut, und suchet
nach den edlen Frouwen, die über ihn sich drübertrauen. Der
Franz stehet wohl seinen Mann, weil er am besten zapfen kann, doch fehlt
ihm noch ein Schwangerschaft, die aus dem ICH ein WIR schnell macht. Noch
kürzer hier in dieser Runde, ist Mario der schon eilt zum Bunde,
der einen an die Frouwe bindet, die man in seinem Bett vorfindet. Der
Phillip leidet Höllenqualen, wenn Zeit verinnet nach dem Zahlen,
und Sassen auf sein Ross wolln steigen, denen Geselligkeit zu eigen.
Nein wahrlich es ist nicht zu lösen, wer hier nicht lacht der wird wohl
dösen, und fehlte einer in der Schar, wärs ab und an zu ernst
sogar. (Mechthild)
200
Kapitel Heut
wird das Buch geschlossen, es trägt in sich viel Zeit, erduldet und
genossen, der Ritter Freud und Leid. Heut
sammelt sich im Saal erneut der Recken Schar gewachsen ist die Zahl
der Rempter lebt fürwahr. Erneut
erhellet ihn der warmen Kerzen Schein, am heut´gen Tag erstrahlet
das Licht besonders rein. Nach
200 Kapiteln, hat Vieles er gesehn, das eine ist vergangen, das andre
blieb bestehn. Wollt
Gutes stets erhalten, wollt Heimat allen sein wollt warm halten, behüten,
wollt schützen groß und klein Burghauptmann
schließt die Tore, dass keiner dringet ein, zu stören Eure
Tafel, so ihr beruhigt kunnt sein. Von
Hand zu Hand der Trunke Im Humpen kreiset hier Verbind´ der Freunde
Herzen Fernab von Neid und Gier. Nach 200 Kapiteln Ist Manches nicht
mehr neu Doch bleibe auch erhalten Der alten Freunde Treu. So
kehret nie den Rücken Dem Ort den ihr geliebt Und lasset euch nicht
blenden dass es stets Bess´res gibt. Erinnert
euch der Zeiten, vergesset keine Stund wenn auch das Buch geschlossen
bewahrt es stets uns Kund. von
längst vergangnen Tagen von langer, langer Zeit, die Seiten zugeschlagen
hältst du sie uns bereit. (Mechthild
von Haunsperg) Der
Narr Ein
Mensch der meinte gut zu sein, gar wichtig und sehr angesehen. Der holte
aus, fing an zu schrein, da er sehr klein, ganz aus versehen. Schon
als er aus der Mutter kroch, die Hebam traut den Augen kaum. War er, der
nicht erbaulich roch, nicht unbedingt gut anzuschaun. Doch
Mutterglück ließ rasch vergehen, die ersten Sorgen um den Kleinen.
Bald schon vergessen was gesehen, 10 cm kurz, vom Kopf bis zu den Beinen. So
war das Maß der Dinge einst, doch blieb es nicht bei diesen. Der
Mensch er wuchs, man glaube kaum, somit ward wohl bewiesen. Die
Theorie das Mensch geschaffen, einst aus dem Lehm vergangner Zeit. Nicht
wie man sagt er stammt vom Affen, Die Kirche blickt hinab erfreut. Es
gingen Jahr und Tag vorbei, Der Mensch er wuchs bald über sich. Hinaus,
und hatte Spaß dabei, doch was geschah war fürchterlich. Um
Blicke seiner einzustreifen, macht bald er sich zu einem Narren. Die Kappe
ziehend vor dem Reifen, sah man ihm an dem Spiegel harren. Doch
Narretei täuscht nicht hinweg, der wahre Mensch sich offenbarte.
Ein wenig Alkohol zum Zweck, entblößte dessen wahre Karte. Getrieben
ward er nur von einem, Macht zu erringen, was zu gelten. So hörte
man ihn leis, den kleinen, ein murmeln, maulen, grummeln, schelten. Die
Welt sei bös und ungerecht, da seine Größe übersehen.
Er sei der Menschheit steter Knecht, Nach Ruhm und Würde heischt sein
flehen. Er,
der Geschenke bringt in Massen, und allen immer wohl gesonnen. Den würden
trotzdem alle hassen, denn Freunde hat er nie gewonnen. Da
plötzlich naht ein Blitz so grelle, der dunkle Raum schien schier zu
brennen. Der Narr fuhr wild umher ganz schnelle und wollte rasch von dannen
rennen. Doch
ward erstarrt er, wie zu Stein, er kam nicht weg vom Platze. Eine Gestalt
im hellen Schein, ward es des Nachbars Katze. Der
Teufel war´s, der plötzlich da, im Raume stand in voller Pracht.
Mit Pelz bestückt, kein Engelshaar, erschien er mitten in der Nacht. Zwei
Hörner zierten seine Stirne, wie man es kennt aus vielen Mären.
Der Kopf geformt wie eine Birne, und so begann er zu erklären. Das
er erhört die langen Klagen, er lausche schon seit vielen Stunden.
Auch ihm schlug dieses auf den Magen, Viel Mitleid habe er empfunden! So
kam was ja wohl kommen musste, der Teufel bot den Handel an. Des Narren
Seele zum Verluste, er alle Macht der Welt bekam. Doch
was nützt alle Macht der Welt, der Narr er hat es bald erkannt. Der
wahre Wert liegt nicht im Geld, das Ziel es ist der Liebe Band. (Hanns
von Haunsperg) Gedicht
für die Helfer beim Mittelalterfest
Als auf der Burg der Scheller ward vermählet, begeistert ward der
Menschen große Schar, begierig lauschend was da wurd erzählet,
vom Mittelalter, Rittern und von Burgfrau´n gar. Freude
zog im Remter ein Ob solch einer Begeisterung, ins Rollen ward gebracht
der Stein, und ein Gedank die Tafelrund durchdrung. So
ward´s alsbald beschlossene Sache, ein Fest sollt sein in unsrem Orte,
auf dass ein jeder amüsiere sich und lache, wenn Ritter, Gaukler, Musici
durchschreiten Gutrats Pforte. Die
Spielleut, die gewann man rasch, doch schwierig wurd der Rest, wie käm
die richtig Stimmung auf, bei solchem Mittelalterfest. Man
hatte viele schon besucht, die voll von buntem Treiben, doch wie man all
die Menschen bucht, und zahlt - sollt lang Geheimnis bleiben. Mit
Eifer man ans Werk sich machte, mit viel verhandeln und auch betteln,
standen bald mehr als man sich erst dachte, in großen Lettern auf den
Zetteln. Doch
wurd uns täglich mehr bewusst, dass dies wohl schwer zu schaffen war,
trotz Recken voller Herzenslust, so blieb es doch ein winzig Schar. So
sollt ein jeder, wie er fänd´t, profane Freund´ um Hilfe
bitten, auf dass sie leihen ihre Händ, der holden Ritterschar inmitten. Wie
man gesagt so ward´s getan, und als die Zeit des Fest´s gekommen,
da standet ihr um nichts hintan, bis jeder ward von Müd beklommen. Drum
lasst Euch sagen Frouwen und Mannen, dass Gutrat großen Dank Euch schuldet,
die Arbeit die ihr uns begangen, und soviel Mühen ihr erduldet. Ein
triefach Wacker auf den Freund, der mit uns kämpt in Freud und Leid,
im Herzen sind wir stets vereint, für heute und für alle Zeit. Und
kehret wiederum der Tag zum Mittelalterfest zu schreiten, so stellen
wir erneut die Frag, wollet ihr gemeinsam mit uns streiten? (Mechthild
von Haunsperg) |