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Gutrater Reitersiegel
Ein Gott zum Gruße ehevor !

edichtolein aus dem itterreich

Der Minnesänger
Es ward gewest vor viel der Jahr´n ,
ein Minnesänger der mit Worten.
Der Frowen Herzen stets umgarn.
Bekannt in aller Orten.

Gar süße Melodeyn er sang,
von Liebe und von Schmerzen.
Und ´s sanft aus sinem Munde klang.
Er brach der Frowen Herzen

So zog er durch die Lande oft,
mit sinen schönen Weisen.
Und immer hat er nur gehofft,
ihm würd die Liebe weisen.

Den Weg zur Seele einer Maid,
ihr Innerstes zu finden.
Wenn dies gescheh dacht er schon weit
Könnt ewig er sich binden.

Begehrt war er und angeseh´n,
egal von welchem Stande.
Was er erhofft ward nicht gescheh´n.
Trug nie im Haar die Bande.

Er reiste wohl schon Tage lang,
sein Schicksal schien besiegelt.
Als er des nächtens wieder sang,
da stand die Tür verriegelt.

Bis zum Gemach das Spiel erklang,
begleitet von der Laute.
Doch niemand lauschte dem Gesang,
schon bald der Morgen graute.

Nun ließ es ihn nicht mehr in Ruh,
was da geschah, er konnt´s nicht fassen
Denn wo "er" sang hörte man zu,
nie würd ein Frowe von ihm lassen!

Erneut zog übers Land,
der Schleier dunkler Nächte.
Der Sänger nahm die Laut zur Hand,
hob an zum Wortgefechte.

Die Tür stand wieder fest verschlossen
Nichts zeugte von dem wachen Geiste
Er spielte weiter unverdrossen
Die holde Maid er preiste.

Der Tage drei war´n bald verstrichen,
versperrt der Kemenate Tür.
Vom Platze trotzdem nicht gewichen,
"der Sänger" ließ nicht ab von ihr.

So viel Geduld ward nie gesehen
Bis dahin rings umher im Land
Man hörte Schritte, leises gehen,
am Knaufe tastete die Hand

Ein Schlüssel wurde umgedreht,
dann ging das Tor der Sehnsucht auf
Im Bogen eine holde steht,
voll Schönheit, tat den Munde auf.

Sie frug mit einer lieblich Stimme,
den Manne was er denn begehr.
Er, der beraubt war seiner Sinne,
sonst so begabt, tat sich jetzt schwer.

Die Worte schienen ihm entschwunden,
die Kehle zugeschnürt und bang.
Nie hat er so wie heut empfunden,
erwartend schier ein Leben lang.

Nun fasste er all Mut zusammen,
erzählte ihr von seinen Reisen.
Das er nicht sei wie andr´e Mannen,
wollt wahre Liebe nur beweisen.

Der wahren Liebe tiefen Sinn,
wir werden nie ergründen.
Sprach sie sodann mit sanfter Stimm,
doch würden wir uns finden?

Gefunden haben wir uns sprach,
der Minnesänger wohl gerührt.
Lagt ihr auch einsam im Gemach,
Wir haben eure Seel berührt!

Und Tag für Tag und Nacht für Nacht,
erklingen sanft die Melodeyen.
Der Minnesänger der gewacht,
konnt seine wahr Liebe freien.
So gegeben am 19.Tage im Heumond
der Jahrung 1000+1002 dazue

(Hanns von Haunsperg)

Der Gutrat Ritterschaft zum Stiftungsfeste
Oh Gutrat, stolze Blume,
bist einer Rose gleich,
man hört von deinem Ruhme
heut im ganzen Ritterreich,

Es streben zahlreich Mannen
nach der besond´ren Ehr
die Profanei zu bannen,
und ziehn zum Remter her.

Gar stattlich steh´n die Recken,
gar glorreich ist die Schar,
in jedem konnt´st erwecken,
die Ritterstreu fürwahr.

Doch achte auf die Dornen,
die deine Ranken zier´n
hör auf das Wort der Nornen,
willst du nicht einst verliern.

Was wir waren, was wir hatten,
was wir haben, was wir sind;
alles ist wie Traum und Schatten
alles mit der Zeit verrinnt.

Drum erhalte deinen Mut
Deine Liebe deine Kraft,
und erhalte jene Glut,
die aus Mannen Ritter macht.
(Mechthild von Haunsperg)

Ritter sein heisst ......

Ritter sein heißt Freiheit schätzen,
niemandes Unabhängigkeit verletzen,
Geist und Gefühl sind wohl gepaart,
großzügig, wahrlich ist die Art.

Ritter sein heißt Freundschaft pflegen,
Die Verbindung zwischen Bünden hegen,
große Achtung zu den Freunden haben,
und auch deren Meinung dann mittragen.

Ritter sein heißt zu was höherem streben,
und auch nach den Idealen leben,
dem Andern auch sein Wunschbild gönnen,
und nicht gleich mit Kritik verhöhnen.

Ritter sein heißt nach der Ethik trachten
stets die Meinung eines Andern achten
das Ganze immer als ein Traum verstehen
nicht kleinkariert zum Himmel flehen.

Ritter sein heißt freudig leben,
auch zur rechten Zeit den Humpen heben,
den Humor mit Worten pflegen,
so lässt sich's auf Kirnsteyn leben.
(Andreas von Waldeck, Großmeister des Kirnsteyner Ritterbundes)

Weihnachtsfestkapitolein

Der Christmond Eis und Kälte bringt,
das Land in starrer Ruh,
nur sanft der Glocken Klang erklingt,
der glitzernd Schnee das Grau deckt zu.

In diese Stille mischet sich leise,
ein nähernd` Stimmgewirr und Lachen,
viel Sassen, Frouwen auf der Reise,
ihr Schritt lässt Burghof`s Eis zerkrachen.

Denn Gutrats Rempter ruft zur Stunde,
die wärmend Herdbank lädt schon ein
und weit ins Land dringet die Kunde,
vom Weihnachtsfestkapitolein.

Der Atzung Duft betört die Sinne,
die Labung in die Becher fließt,
die Recken frönen noch der Minne,
sodass kein Herz anheut verdrießt.

Alsbald ein jeder kommt zur Ruh,
und harret dem, was kommen mag,
Burghauptmann schließt die Tore zu,
der Weihnachts` Sinn im Rempter lag.

Inmitten der illustren Runde,
erstrahlet hell der Tannenbaum,
ein staunend Wort in jedem Munde,
gefesselt von dem lichten Traum.

Da plötzlich alle Red verstummet,
die Augen werden jedem weit,
was nun die Ritterschaft vernummet,
kannt man aus Sagen alter Zeit.

In jenem hellen Kerzenschein,
erstrahlt ein unbekanntes Licht,
die Magd mit ihrem Kindolein,
zu Gutrats Sassen leise spricht.

" Ihr Recken hier, in Amt und Würden,
seht her und höret auf mein Wort`,
die Menschheit traget viele Bürden,
und die Erlösung scheint weit fort.

Ein Recke hier aus eurem Kreise,
vom Obristen ist auserkoren,
zu finden unter Schnee und Eise,
der Seele Rettung, die geboren.

So denkt zurück an Parzival,
der einst in ferne Lande zog,
zu suchen jenen heil`gen Gral,
der reine Liebe in sich trog.

Da schweiget still die Ritterschaft,
gedenket jener Jungfrau Wort,
und dieses Wunders, das vollbracht,
zu suchen galt`s den heil`gen Ort.

Ein jeglich Sasse harret schon,
dem Ende des Kapitoleins,
gedenket seinem eig`nen Lohn,
dass einst das Ehrgefühl sei seins.

Ein jeder grübelt und studieret,
wie es wohl zu vollbringen wär,
dass er den Wettstreit nicht verlieret,
zurückzukehr`n in Würd und Ehr.

So machten sie sich auf die Reise,
ein jeder ganz auf seine Art,
die alten und die jungen Reise,
zu meistern jene lange Fahrt.

Der eine schärfet seine Schwerter,
der andre nehmet Gold und Geld,
nichts war zu dieser Zeit begehrter,
als zu finden Wunder dieser Welt.

Nur einer bleibet still zurück,
verzichtend auf der Welten Lohn,
suchet der Herdbank häuslich Glück,
begleitet von der Sassen Hohn.

Da ziehet Tag um Tag ins Land,
Frühjahr, Sommer, Herbst vergeht,
doch keiner jenen Becher fand,
so jeder mit leeren Händ` dasteht.

Und als die Jahrung ward vergangen,
da kehret wiederum heim die Schar
die Sassen hin zum Rempter drangen,
und brachten ihre Gaben dar.

Doch fand sich darunter nicht eines,
das würdig dem Erlöser wär,
denn seligmachend war wohl keines,
so tat man´s ab als bloße Mär.

Enttäuscht setzt man sich zu kapiteln,
ein jeder kehret in sein Amt,
betrübt, dass mit den eignen Mitteln,
am End man doch das Ziel nicht fand.

Doch unter Freunden Leid zu teilen,
verjaget alsbald Kummer, Gram,
denn in Gemeinschaft zu verweilen,
den Sassen die Betrübnis nahm.

Alsbald der Humpen ward gefüllet,
am Baum entflammte man die Kerzen,
in Lieb und Freundschaft d´Seel sich hüllet,
eintträchtig` Gemeinschaft aller Herzen.

Und als man so beisammensaß,
den Rebensaft dem Nächsten reichte,
ein jeder eig`nen Ruhm vergaß,
erschien die Prüfung jäh als leichte.
Das war der Gral, den man vergebens,
gesucht in jedem fernen Land,
das ist Erlösung die zeitlebens,
ein jeder in dem Kreise fand.

Da öffnet sich des Himmels Tor,
erscheint ein unbeschreiblich Leuchten,
die Recken staunend stehn davor,
als sie es schon verloren deuchten.

Die Jungfrau sprach in sanftem Ton,
zu dem, der nicht nach Ehr wollt trachten,
Ihr tragt am End den Ruhm davon,
Denn an der Herdbank hier im Bunde-
da werde wahrlich Weihnachten.
(Mechthild von Haunsperg)

Gutratlied

Am Felsen hoch die Feste trohnt,
nach Gutrat sie benannt.
Von edelstem Geschlecht bewohnt,
ward allerorts bekannt.

Für Gutrats Ehr mit blanker Wehr,
ist unser Schwur allzeit.
Zu kämpfen stets ist unsre Ehr,
sind immer wir bereit.

Das Mauerwerk ist brüchig jetzt,
vergangen ist viel Zeit.
Erneut wurd Stein auf Stein gesetzt,
der Ritter Geist befreit.

Für Gutrats Ehr mit blanker Wehr,
ist unser Schwur allzeit.
Zu kämpfen stets ist unsre Ehr,
sind immer wir bereit.

Drum stehen wir jetzt Hand in Hand,
mit Körper und mit Geist.
Vereinigt durch der Freundschaft Band,
den graden Weg uns weist.

Für Gutrats Ehr mit blanker Wehr,
ist unser Schwur allzeit.
Zu kämpfen stets ist unsre Ehr,
sind immer wir bereit.

(Hanns von Haunsperg)

Gaudium
In dieser hehren Ritterschaft,
wird bei Kapiteln gern gelacht,
selbst ernstes Zeremonium,
verkommt bisweiln zum Gaudium.

Nun fragen wir uns, liegts daran,
dass mancher gar nicht ernst sein kann?
das Hirn ersinnt sich zahlreich Thesen,
warum so lustig wir gewesen.

Fehlts unsren Mannen an Turnieren,
dem holden Weib zu imponieren,
und sucht er just in diesem Bunde,
mit Witz zu punkten in der Runde?

Oder sollts der Lapsus sein,
der sich oftmals leis schleicht ein,
der alsbald mit Wohlgefallen,
Kiefer spreizet in den Hallen?

Wolln wir durch die Reihn nun blicken,
um das Bild zurechtzurücken,
was denn hier die Heiterkeit,
und den Frohsinn nur verbreit`.

Der Siegmund mit schneeweißem Haar,
setzt sich für uns ein Jahr um Jahr,
drum ist zu Recht er drauf versessen,
beim Humpenanblick zu vergessen,
um abermals dem Trunk zu frönen,
und sich den Abend zu verschönen.
"Unsre Gesponsin" nennt er Frauen,
worauf der´n Mannen verdutzt nur schauen,
ein jeder fragt sich - ist sie nun mein-
oder darf sie nur seine sein?

Den Hanns, nennen wohl die Annalen,
den Ritter mit den Schöpferqualen,
mal hat der Gute sich versteckt,
ein andres Mal ist er verdreckt,
und stets zweifelt die Ritterschar,
obs wirklich nur ein Zehent war.

Der Johann, unser Medikus,
heilt wirklich nur, wenn es sein muss,
doch kannst im Rämter du noch weilen,
braucht er sich nicht bemühn zu heilen.
Er spricht nur kurz du bist gesund,
…….oder zu Unrecht hier im Bund.

Der Wolfgang sich vom Stuhle hebt,
wenn er durchgeistigt uns umschwebt,
doch glückts noch nicht sich so zu teilen,
bei uns und andrerorts weilen.

Dem Liupold dem lieben Thor,
kommt bald etwas sehr lustig vor,
und da die Zunge locker sitzt,
er schnell mit seinem Beitrag witzt,

Der Regeinbert zu guter Letzt,
kommt vom Profanen abgehetzt,
versprüht mit Charme gern Anektoten,
die in den Weibern Drachen loten.

Wie stehet es nun mit den hehren,
die nach der Ritterwürd begehren,
fint unter ihnen sich der Mann,
der Ritter zum Lachen bringen kann?

Ein Sasse reiste sunders weit,
in sein Geheimnis uns einweiht,
Will einer Randulfs Mäglein freien,
muss er zuvor im Rämter speien.

Der Ulrich groß gar von Statur,
rammt Löcher in den Boden nur,
verlöscht vom Flammenschein der Rämter ,
dürft ihr verlassen eure Ämter.

Erendil mit ein Fabelnamen,
der mystisch klinget für die Damen,
liebt seine weiße Stute nur,
den Rest besorget die Natur.

Der Martin, der auch weit gereist,
hat einst den Höhlenbärn verspeist,
drum traget er ihn jetzt im Namen,
als Knappe nicht, doch im profanen.

Alexander, der von edlem Blut,
wärmt gern sich unterm Rangerhut,
und suchet nach den edlen Frouwen,
die über ihn sich drübertrauen.

Der Franz stehet wohl seinen Mann,
weil er am besten zapfen kann,
doch fehlt ihm noch ein Schwangerschaft,
die aus dem ICH ein WIR schnell macht.

Noch kürzer hier in dieser Runde,
ist Mario der schon eilt zum Bunde,
der einen an die Frouwe bindet,
die man in seinem Bett vorfindet.

Der Phillip leidet Höllenqualen,
wenn Zeit verinnet nach dem Zahlen,
und Sassen auf sein Ross wolln steigen,
denen Geselligkeit zu eigen.


Nein wahrlich es ist nicht zu lösen,
wer hier nicht lacht der wird wohl dösen,
und fehlte einer in der Schar,
wärs ab und an zu ernst sogar.

(Mechthild)

200 Kapitel
Heut wird das Buch geschlossen,
es trägt in sich viel Zeit,
erduldet und genossen,
der Ritter Freud und Leid.

Heut sammelt sich im Saal
erneut der Recken Schar
gewachsen ist die Zahl
der Rempter lebt fürwahr.

Erneut erhellet ihn
der warmen Kerzen Schein,
am heut´gen Tag erstrahlet
das Licht besonders rein.

Nach 200 Kapiteln,
hat Vieles er gesehn,
das eine ist vergangen,
das andre blieb bestehn.

Wollt Gutes stets erhalten,
wollt Heimat allen sein
wollt warm halten, behüten,
wollt schützen groß und klein

Burghauptmann schließt die Tore,
dass keiner dringet ein,
zu stören Eure Tafel,
so ihr beruhigt kunnt sein.

Von Hand zu Hand der Trunke
Im Humpen kreiset hier
Verbind´ der Freunde Herzen
Fernab von Neid und Gier.
Nach 200 Kapiteln
Ist Manches nicht mehr neu
Doch bleibe auch erhalten
Der alten Freunde Treu.

So kehret nie den Rücken
Dem Ort den ihr geliebt
Und lasset euch nicht blenden
dass es stets Bess´res gibt.

Erinnert euch der Zeiten,
vergesset keine Stund
wenn auch das Buch geschlossen
bewahrt es stets uns Kund.

von längst vergangnen Tagen
von langer, langer Zeit,
die Seiten zugeschlagen
hältst du sie uns bereit.

(Mechthild von Haunsperg)

Der Narr
Ein Mensch der meinte gut zu sein,
gar wichtig und sehr angesehen.
Der holte aus, fing an zu schrein,
da er sehr klein, ganz aus versehen.

Schon als er aus der Mutter kroch,
die Hebam traut den Augen kaum.
War er, der nicht erbaulich roch,
nicht unbedingt gut anzuschaun.

Doch Mutterglück ließ rasch vergehen,
die ersten Sorgen um den Kleinen.
Bald schon vergessen was gesehen,
10 cm kurz, vom Kopf bis zu den Beinen.

So war das Maß der Dinge einst,
doch blieb es nicht bei diesen.
Der Mensch er wuchs, man glaube kaum,
somit ward wohl bewiesen.

Die Theorie das Mensch geschaffen,
einst aus dem Lehm vergangner Zeit.
Nicht wie man sagt er stammt vom Affen,
Die Kirche blickt hinab erfreut.

Es gingen Jahr und Tag vorbei,
Der Mensch er wuchs bald über sich.
Hinaus, und hatte Spaß dabei,
doch was geschah war fürchterlich.

Um Blicke seiner einzustreifen,
macht bald er sich zu einem Narren.
Die Kappe ziehend vor dem Reifen,
sah man ihm an dem Spiegel harren.

Doch Narretei täuscht nicht hinweg,
der wahre Mensch sich offenbarte.
Ein wenig Alkohol zum Zweck,
entblößte dessen wahre Karte.

Getrieben ward er nur von einem,
Macht zu erringen, was zu gelten.
So hörte man ihn leis, den kleinen,
ein murmeln, maulen, grummeln, schelten.

Die Welt sei bös und ungerecht,
da seine Größe übersehen.
Er sei der Menschheit steter Knecht,
Nach Ruhm und Würde heischt sein flehen.

Er, der Geschenke bringt in Massen,
und allen immer wohl gesonnen.
Den würden trotzdem alle hassen,
denn Freunde hat er nie gewonnen.

Da plötzlich naht ein Blitz so grelle,
der dunkle Raum schien schier zu brennen.
Der Narr fuhr wild umher ganz schnelle
und wollte rasch von dannen rennen.

Doch ward erstarrt er, wie zu Stein,
er kam nicht weg vom Platze.
Eine Gestalt im hellen Schein,
ward es des Nachbars Katze.

Der Teufel war´s, der plötzlich da,
im Raume stand in voller Pracht.
Mit Pelz bestückt, kein Engelshaar,
erschien er mitten in der Nacht.

Zwei Hörner zierten seine Stirne,
wie man es kennt aus vielen Mären.
Der Kopf geformt wie eine Birne,
und so begann er zu erklären.

Das er erhört die langen Klagen,
er lausche schon seit vielen Stunden.
Auch ihm schlug dieses auf den Magen,
Viel Mitleid habe er empfunden!

So kam was ja wohl kommen musste,
der Teufel bot den Handel an.
Des Narren Seele zum Verluste,
er alle Macht der Welt bekam.

Doch was nützt alle Macht der Welt,
der Narr er hat es bald erkannt.
Der wahre Wert liegt nicht im Geld,
das Ziel es ist der Liebe Band.
(Hanns von Haunsperg)

Gedicht für die Helfer beim Mittelalterfest

Als auf der Burg der Scheller ward vermählet,
begeistert ward der Menschen große Schar,
begierig lauschend was da wurd erzählet,
vom Mittelalter, Rittern und von Burgfrau´n gar.

Freude zog im Remter ein
Ob solch einer Begeisterung,
ins Rollen ward gebracht der Stein,
und ein Gedank die Tafelrund durchdrung.

So ward´s alsbald beschlossene Sache,
ein Fest sollt sein in unsrem Orte,
auf dass ein jeder amüsiere sich und lache,
wenn Ritter, Gaukler, Musici durchschreiten Gutrats Pforte.

Die Spielleut, die gewann man rasch,
doch schwierig wurd der Rest,
wie käm die richtig Stimmung auf,
bei solchem Mittelalterfest.

Man hatte viele schon besucht,
die voll von buntem Treiben,
doch wie man all die Menschen bucht,
und zahlt - sollt lang Geheimnis bleiben.

Mit Eifer man ans Werk sich machte,
mit viel verhandeln und auch betteln,
standen bald mehr als man sich erst dachte,
in großen Lettern auf den Zetteln.

Doch wurd uns täglich mehr bewusst,
dass dies wohl schwer zu schaffen war,
trotz Recken voller Herzenslust,
so blieb es doch ein winzig Schar.

So sollt ein jeder, wie er fänd´t,
profane Freund´ um Hilfe bitten,
auf dass sie leihen ihre Händ,
der holden Ritterschar inmitten.

Wie man gesagt so ward´s getan,
und als die Zeit des Fest´s gekommen,
da standet ihr um nichts hintan,
bis jeder ward von Müd beklommen.

Drum lasst Euch sagen Frouwen und Mannen,
dass Gutrat großen Dank Euch schuldet,
die Arbeit die ihr uns begangen,
und soviel Mühen ihr erduldet.

Ein triefach Wacker auf den Freund,
der mit uns kämpt in Freud und Leid,
im Herzen sind wir stets vereint,
für heute und für alle Zeit.

Und kehret wiederum der Tag
zum Mittelalterfest zu schreiten,
so stellen wir erneut die Frag,
wollet ihr gemeinsam mit uns streiten?
(Mechthild von Haunsperg)